Experten sind für Journalisten die bevorzugte Informationsquelle – das geht aus der Social Journalism Studie 2016 hervor. Traditionelle Recherchemöglichkeiten sind weiterhin verbreitet.

Insgesamt 50% der von Cision und der Canterbury Christ Church University befragten Journalisten in Deutschland sprechen Experten bei der Informationsbeschaffung die größte Bedeutung zu. Das geht aus der Online-Befragung, die im Februar und März 2016 durchgeführt wurde, hervor. 360 Antworten von Journalisten und Medienfachleuten zu ihrer Nutzung und Wahrnehmung sowie ihrer Einstellung und ihrem Verhalten gegenüber sozialen Medien wurden ausgewertet. Die Social Journalism-Studie findet jährlich statt und hat das Ziel, den Einfluss von Social Media und Technologien auf die journalistische Arbeit zu erforschen.

Experten, PR-Quellen und Branchenkontakte: Journalistische Recherche beruht weiterhin auf traditionellen Möglichkeiten

Soziale Medien ändern also zunächst einmal nichts daran, welche Quellen Journalisten am wichtigsten sind. Hinter den Experten als wichtigste Quelle folgen dem zweiten Platz folgen die PR-Quellen und Pressemitteilungen (48%) und auf dem dritten Platz die Branchenkontakte und professionellen Kontakte (außer PR und Kommunikation; 44%). Andere Medien und die allgemeine Öffentlichkeit spielen als Informationsquelle eine nicht mehr so große Rolle. Mit Blick auf die journalistische Recherche zeigen diese Ergebnisse, dass traditionelle Praktiken weiterhin verbreitet sind.

Social Journalism 2016 Studie Experten sind wichtigste Informationsquelle deutscher Journalisten

Experten sind wichtigste Informationsquelle deutscher Journalisten. Quelle: Social Journalism-Studie 2016 Deutschland, S. 16.

Doch wie sieht die Nutzung von sozialen Medien bei deutschen Medienfachleuten im Allgemeinen aus? Die Studie zeigt, dass der Gebrauch von Social Media für den journalistischen Beruf weiter ansteigt. Die Nutzung ist heute höher als vor drei Jahren. Nur noch 6% der befragten Journalisten nutzen soziale Netzwerke gar nicht.

Insgesamt 79% der Befragten nutzen sie hingegen täglich im Beruf. Die Nutzung von sozialen Medien ist dabei von zwei Einflussfaktoren abhängig: dem Alter der Journalisten und der Art der Inhalte, die sie produzieren. So nutzen Nachrichten-Journalisten soziale Medien tendenziell länger und häufiger. Zudem nimmt die Nutzung von Social Media mit dem Alter ab: Medienfachleute in der Altersgruppe 46+ nutzen sie seltener als ihre jüngeren Kollegen.

Auch die Zukunft sieht „social“ aus: 59% der Befragten sagen, dass sie Social Media voraussichtlich auch häufiger nutzen werden.

Soziale Netzwerke zur Publikation, Medienbeobachtung und Interaktion

Für welche beruflichen Aufgaben nutzen Journalisten soziale Medien? Die Studie zeigt, dass die Plattformen vor allem zur Publikation, Medienbeobachtung und zur Interaktion mit der Zielgruppe genutzt werden. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist die Nutzung damit vielfältiger, wie folgende Tabelle zeigt:

18 Social Journalism 2016 Studie Wichtigkeit von sozialen Medien für deutsche Journalisten

Wichtigkeit von sozialen Medien für deutsche Journalisten. Quelle: Social Journalism-Studie 2016, S. 8.

Hier zeigen wir noch einmal die zentralen Ergebnisse im Überblick:

Social Journalism 2016 Studie Deutschland Zentrale Ergebnisse

Zentrale Ergebnisse der Social Journalism-Studie 2016. Quelle: Social Journalism-Studie 2016, S. 3.

Zudem gibt es alle Ergebnisse der Social Journalism-Studie 2016 (Deutschland) hier im Detail.

 

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