Wie groß ist das Vertrauen in die Medien? Das ist eine der Fragen, die beim diesjährigen Digital News Report vom Reuters Institute for the Study of Journalism im Fokus stand. Die Befragung von mehr als 70.000 Leuten in 36 Märkten fand Ende Januar bis Anfang Februar 2017 statt. Im Zentrum der Studie steht alljährlich der weltweite Konsum von Nachrichten.

Der Schwerpunkt der Studie lag nicht nur darauf, mehr über das Vertrauen in die Medien zu erfahren, sondern auch auf der Bereitschaft der Leute, für News zu zahlen und die verschiedenen Möglichkeiten der Finanzierung des Journalismus in der Zukunft. Ein weiterer Punkt ist die Beziehung der Medien zu verschiedenen Plattformen. Da wir in diesem Blogeintrag nicht alle Ergebnisse der umfangreichen Studie vorstellen können, haben wir hier den Link zur Studie für euch.

Vertrauen in die Medien und ihre Gründe

In vielen Ländern sind die Einflussfaktoren für das geringe Vertrauen in Medien nicht das Internet, Social Media oder Fake News, sondern auch tief verwurzelte politische Polarisation und die wahrgenommene einseitige Medienberichterstattung.

Die Filterblase ist zwar real, aber es wurde auch herausgefunden, dass im Durchschnitt Nutzer von Sozialen Medien, Portaldiensten und Suchmaschinen eine größere Vielfalt erleben als Nichtnutzer.

Messaging Apps werden immer wichtiger

Messaging Apps wie WhatsApp werden für den Konsum von News immer beliebter, weil sie privater sind und Inhalte tendenziell nicht nach einem Algorithmus gefiltert werden.

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Quelle: Digital News Report 2017, S. 12

Weitere Ergebnisse:

  • Nur 24% der Befragten denken, dass Social Media gut zwischen Fakt und Fiktion unterscheiden kann. 40% sprechen dies den Nachrichtenmedien zu.
  • 29% sagen, dass sie oft oder manchmal Nachrichten vermeiden. Einige nennen die negativen Effekte auf die Stimmung als Grund, andere die Unzuverlässigkeit der Nachrichten, wahr zu sein.
  • Smartphones sind heutzutage wichtig für den Konsum von Nachrichten – sowohl zu Hause als auch außerhalb. Insgesamt lesen mehr Smartphone-Nutzer Nachrichten im Bett (46%) als auf dem Weg zur Arbeit.
  • Audio-Geräte wie Amazon Echo kommen als neue Plattformen für Nachrichten auf.
  • Österreicher und Schweizer sind am vertrautesten mit gedruckten Zeitungen, Deutsche und Italiener lieben Fernsehberichte während Lateinamerikaner im Vergleich zu anderen Teilen der Welt Nachrichten eher über Soziale Medien und Chat Apps konsumieren.

 

Wie sehen die Ergebnisse für Deutschland aus?

Die meisten Deutschen bekommen ihre News weiterhin von traditionellen Medien. Das Fernsehen wird immer noch präferiert. Nur 60% der Befragten rufen Nachrichten wöchentlich über Webseiten, Apps oder Soziale Medien ab. Ein möglicher Grund ist das Wachstum von Messaging Apps wie WhatsApp.

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Quelle: Digital News Report 2017, S. 71

Ungefähr die Hälfte der deutschen Befragten vertraut den meisten Nachrichten. Außerdem haben sie weitgehend das Gefühl, dass Nachrichten frei von politischen und kommerziellen Einflüssen sind. Das Vertrauen in die Medien ist in Deutschland höher als in vielen anderen Ländern.

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Quelle: Digital News Report 2017, S. 71